Filesharing: BGH-Urteil nunmehr Freifahrtschein für illegales Tauschen von Musik & Filmen?

Kaum ist die Tinte unter dem aufsehenerregenden Urteil des Bundesgerichtshofes in Bezug auf illegales Filesharing aus dem November trocken, regen sich schon die ersten Stimmen, dass dieses Urteil nunmehr ein Freifahrtschein für sorgloses illegales Tauschen von Musik und Filmen, sowie von Software ist.

Doch ganz so ist es dann doch nicht.

Der BGH hatte geurteilt, dass keine Haftung für den illegalen Musikupload eines minderjährigen Kindes durch die Eltern besteht,wenn diese ihr Kind vorher bereits ausreichend über das Verbot einer Teilnahme an Tauschbörsen im Internet belehrt haben. Zudem dürfen keine offensichtlichen Anhaltspunkte für Rechtsverletzungen vorgelegen haben. Dieses Urteil ist als enorme Niederlage für die Musikindustrie, die mehrere tausend Euro Schadenersatz und Anwaltsgebühren verlangt hatte, zu werten.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Eltern ihr Kind darüber aufklären, dass das Tauschen urheberrechtlich geschützter Werke im Internet illegal ist. Über dieses Gespräch sollte eine Notiz im Kalender vermerkt werden, so dass Eltern im Zweifelsfall belegen können, dass diese ihren Aufklärungspflichten nachgekommen sind und wann sie mit dem Kind über das Thema illegales Filesharing gesprochen haben.

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